Beim aktuell laufenden Notfallseelsorge-Grundkurs des Zentrums Seelsorge und Beratung der EKHN, geleitet von Pfarrerin Renata Kiworr-Ruppenthal und Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun, bereiten sich 13 Personen auf ihr Ehrenamt vor, darunter auch neue Kräfte für den Main-Taunus-Kreis (MTK). Eine intensive und spannende Woche im Exerzitienhaus in Hofheim/Ts. liegt gerade hinter der Gruppe, die sich mit vielen Fragestellungen beschäftigt hat. Typisch sei beispielsweise „Kann ich dieser existenziellen Situation im Einsatz mit meinen Möglichkeiten gerecht werden“, weiß Ruff-Kapraun, oder „Plötzlich und überraschend ist alles anders – und ich bin Teil davon“.

So gebe es immer auch Berührungspunkte mit den „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (BOS), betont Kiworr-Ruppenthal. Um diese Verbindungen transparenter zu machen, waren Vertreter von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr zu einer Fragerunde geladen. Ein wichtiges „Learning“ fasst eine Teilnehmerin direkt zusammen: „Wir Notfallseelsorger machen etwas, was die Einsatzkräfte nicht so gut können, daher stellen wir für die keine Be-, sondern eine Entlastung dar!“ Mangels fester Standards sei es allerdings immer den Rettungswagenbesatzungen und ihrem jeweiligen Eindruck vor Ort überlassen, wann sie diese Unterstützung zur Betreuung von Angehörigen mit hinzurufen, betont Lars Mackel, Sachgebietsleiter Rettungsdienst MTK. Er bittet um konstruktive Kritik: „Wenn wir die Notfallseelsorge hätten alarmieren können, es aber nicht getan haben, dann sind wir offen für eine Aufarbeitung, denn auch wir wollen uns ja verbessern.“

Das kann POK Dominik Mohr von der Polizeistation Hofheim nur unterstreichen: „Kommunikation auf Augenhöhe ist wichtig, und gerne sollten die Notfallseelsorger das Gespräch mit uns suchen, wenn im Einsatz mal etwas nicht so gut geklappt hat. Gerade die vielen jungen und unerfahrenen Kollegen sind dankbar für ein solches Feedback.“ Wichtig ist ihm allerdings, dass dies im Nachgang passiert: „Vor Ort gibt es nichts Schlimmeres als Kompetenzgerangel!“ Dies gelte auch beispielsweise für die Überbringung von Todesnachrichten. Vor einem solchen Einsatz sollte man sich intensiv über die vorliegenden Informationen austauschen und absprechen, wer welche Rolle im Gespräch mit den Angehörigen übernimmt.

Mit einem Appell wendet sich Thomas Velten, stellvertretender Stadtbrandinspektor in Bad Soden abschließend an die Kursteilnehmer: „Die Notfallseelsorger sollten den Kontakt zu den Hilfsorganisationen suchen und ein Netzwerk bilden. Jeder muss sich als Bestandteil der ‚Blaulichtfamilie‘ sehen und zum Botschafter in seinem Umfeld werden.“

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