Pfarrerehepaar Schellenberg geht in den Ruhestand

veröffentlicht 18.05.2026, Dekanat Kronberg

Das Pfarrerehepaar Constanze und Reinhardt Schellenberg wird am 31. Mai um 10 Uhr in der Thomaskirche in Hofheim durch Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp in den Ruhestand verabschiedet. Ihr offizieller Eintritt in den Ruhestand ist zum 1. Oktober. Bis Ende Juni werden sie in der Thomasgemeinde noch dienstlich aktiv sein – danach freuen sie sich über einen längeren Urlaub.

Constanze Schellenberg kam bereits vor 36 Jahren als Berufsanfängerin in die Thomasgemeinde – Reinhardt Schellenberg übernahm die zweite Pfarrstelle vor 31 Jahren. Er war vorher in einem sozialen Brennpunkt-Viertel in Wiesbaden Pfarrer. Constanze Schellenberg war zusätzlich seit 2012 mit einer halben Stelle in der Klinikseelsorge tätig. Beim Blick auf die drei Jahrzehnte in Marxheim empfinden die beiden Dankbarkeit und Wehmut. „Wir haben großes Glück gehabt, an einem Ort gelandet zu sein, wo Topf und Deckel so gut zusammen gepasst haben. Wir zwei haben uns da auch einfach gut ergänzt. Meine Frau mit dem Schwerpunkt Seelsorge und ich mit dem Schwerpunkt theologische Vorträge“, erklärt Reinhardt Schellenberg.

„Das Thema Seelsorge zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, erzählt Constanze Schellenberg. „Ich habe schon während dem Studium als Ausgleich zur vielen Theorie nebenbei in der Altenpflege gearbeitet. Deswegen bin ich später wahrscheinlich in der Klinikseelsorge gelandet. Auch im Gemeindeleben waren die Seelsorge, die Begegnungen mit Menschen in besonderen Lebenssituationen, ein besonderes Anliegen für mich und ich habe zum Beispiel eine Trauergruppe ins Leben gerufen. Gottesdienste und Beerdigungen habe ich auch immer gerne gemacht. Außerdem liegt mir die Kantorei, in der ich mitsinge, persönlich sehr am Herzen“, ergänzt sie.

„Mein Ding waren die verschiedensten theologischen Angebote –  Bibelseminare für Laien waren zum Beispiel so gut besucht, dass wir sie oft wiederholen mussten. Zu meinen Vorträgen kamen generell immer viele Leute. Für das anspruchsvolle Bildungsbürgertum hier mussten die immer ein gewisses Niveau haben. Das war ein extremer Kontrast zum Brennpunktviertel in Wiesbaden“.  „Ich bin mit unserer Tochter durch den Iran gereist – zu unserem Reisebericht darüber in der Gemeinde kamen 250 Leute. Selbst die Gottesdienste sind hier noch gut besucht – und das nicht nur an Weihnachten. Da sind wir sehr traditionell unterwegs und das ist hier gefragt. Aber es gab auch ganz andere Events. Die legendäre »Born to be wild«-Faschingsparty, die seit Jahren nicht nur innerhalb der Gemeinde der Renner ist. Die Idee dazu kam von Leuten aus der Gemeinde. Als eingefleischter Fußballfan kam mir die Idee für ein Public Viewing zur WM 2006. Das haben wir dann einfach gemacht und es war unvergesslich. Und es kamen mal eben beim Getränkeverkauf 5.500 Euro für Brot für die Welt zusammen“, berichtet Reinhardt Schellenberg.

„Ein anderes Highlight war, als ich 2003 mit einem Vikar in der TV- Quizshow von Jörg Pilawa zu Gast war und wir zusammen 100.000 Euro gewonnen haben. Vikare und Vikarinnen zu begleiten war ein weiterer Schwerpunkt von mir – zehn von ihnen haben wir in den Jahren hier ausgebildet. Außerdem sind sechs ehemalige Konfirmanden Pfarrerinnen und Pfarrer geworden. Die Konfi-Arbeit habe ich auch immer total gerne gemacht – das waren bei uns manchmal große Jahrgänge von bis zu 50 Jugendlichen“, ergänzt er. „In den vielen Jahren sind durch das, was man gemeinsam erlebt hat, natürlich unheimlich viele Verbindungen und Beziehungen gewachsen. Wir haben hier auch enorm viel engagierte Menschen in der Gemeinde. Haben immer mehr Kirchenvorsteher als wir brauchen. Bei der letzten Kirchenvorstandswahl haben viele Kandidierende erzählt, dass sie Verbindungen zu uns haben, weil wir sie getraut, getauft oder konfirmiert haben“, so Constanze Schellenberg.

Diese selbstverständlichen Kontakte in der Gemeinde – sei es zum Küster oder den Mitarbeiterinnen in Gemeindebüro oder KiTa – werde Constanze Schellenberg sehr vermissen. „Die großen, festlichen Gottesdienste, Heilig Abend, die Osternächte. Dabei in der Menge zu baden – das wird mir am meisten fehlen“, ergänzt Reinhardt Schellenberg. Aber beide freuen sich auf weniger Verpflichtungen und Zeit für neue Ideen.  „Keine Sitzungen mehr, wo mal wieder über neue Strukturen in der Kirche diskutiert wird. Sondern lieber wieder mehr Zeit für Stadion-Besuche, die Oper, Museen, Reisen“, so Reinhardt Schellenberg.