Pfarrerin Elisabeth Paulmann wird aus der Lukasgemeinde Kelkheim verabschiedet

veröffentlicht 10.02.2026, Dekanat Kronberg

Nach 22 Jahren wird Pfarrerin Elisabeth Paulmann am Sonntag, 8. März 2026, um 10 Uhr in der Pauluskirche durch Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp aus ihrem Dienst für die Lukasgemeinde Kelkheim verabschiedet.

„Das Allerwichtigste für mich waren stets die Gottesdienste. Nicht nur die regelmäßigen, sondern auch die bei Taufen, Trauungen oder Trauerfeiern. Da war es mir immer wichtig, bei den Familien präsent zu sein und es wurde sehr geschätzt, dass ich mir viel Zeit dafür genommen habe. Leider ist das Bild von Kirche in den Köpfen der Menschen oft sehr veraltet und sie wundern sich dann, wie locker ich bin“, erzählt Paulmann. „Generell ist die über Jahre entstandene Verbundenheit mit den Familien für mich immer noch das Kernstück der Gemeindearbeit“, betont sie. „Das ist es auch, was ich am meisten vermissen werde. Diese Verbindung durch die Lebensgeschichte und über die Generationen hinweg ist ein ganz besonderer Schatz. Familien, wo ich die Eltern getraut, die Kinder getauft und konfirmiert, die Großeltern beerdigt habe. Wo die Kinder sich dann weiter als Konfi-Teamer in der Gemeinde engagiert haben“, so Paulmann weiter.

Da habe sie schon die Sorge, wie es in Zukunft noch gewährleistet sein werde, dass jedes Gemeindeglied weiterhin eine Ansprechperson als Pfarrer oder Seelsorger vor Ort habe. „Gerade bei Trauerfeiern ist es noch mal wichtiger, dass Ansprechpersonen vor Ort da sind, denen die Menschen vertrauen können. Da ist es wesentlich, dass man die Trauer und den Verlust gut würdigen kann. Selbst wenn jemand hochaltriges verstorben ist“, erklärt sie. „Und ich denke, ich habe dafür ein gutes Gespür. Man ist für diese Zeit so verbunden mit den Familien. Das hat man sonst nicht in dieser Form. Bei Taufen und Trauungen ist das anders. Deshalb mache ich gerne Beerdigungen“, ergänzt Paulmann. 

„Ein Riesending waren hier auch immer die Konfirmationen. Wir hatten nie unter 30 – Spitzenreiter war ein Jahrgang mit 57. Mit denen und zehn Teamern sind wir damals nach Berlin gefahren. Wir hatten Jugendliche mit Beeinträchtigungen dabei, weil es mir wichtig war, allen eine Teilnahme zu ermöglichen. Das war wirklich eine Leistung, aber es waren auch sehr besondere Erlebnisse“, berichtet sie. „Die Konfirmanden und Teamer habe ich im Gemeindeleben mit eingebunden. Besonders die Teamer waren Gold wert. Die Konfis habe ich in Gottesdiensten durch gemeinsame Dialogpredigten einbezogen – das war für manche erstmal eine Überwindung. Oder wenn ich sie mit ins Seniorenheim genommen habe. Das hat großen Spaß gemacht, weil wir so eine große Dankbarkeit von den Bewohnern erfahren haben und die Konfis viel gelernt haben – zum Beispiel was Einsamkeit bedeutet“, erzählt Paulmann.

Über die Gemeinde hinaus hat sie gerne an Dekanatsprojekten teilgenommen. Besonders lag ihr die das Projekt „Sternenzelt“ der Evangelischen Familienbildung Main-Taunus am Herzen, das mit seiner Andacht für Trauernde im Advent oft in der ehemaligen Paulusgemeinde zu Gast war. Aber auch beim Tauffest oder den Oster- und Weihnachtsfilmen des Dekanats während der Corona-Pandemie war sie aktiv beteiligt. 

Ihr sei vor 22 Jahren eine sehr gut aufgestellt Kirchengemeinde übergeben worden und sie sei immer wieder erstaunt, wie viel Engagement die Leute im Haupt- und Ehrenamt mit einbrächten. „Ohne diese Menschen würde es nicht gehen. Inklusive der KiTa sind wir ein mittelständiger Betrieb mit 30-40 Mitarbeitenden. Das ist extrem viel Arbeit. Und alle sind enorm wichtig – egal ob Kirchenvorstand, Kirchenmusik, Sekretärin, Küster oder Hausmeister“, betont Paulmann. „Sie alle werde ich auch vermissen, aber mit Fusionen, dem Zukunftsprozess »ekhn2030« und allem was dazugehört, wird mir das zu anstrengend. Ich bin immer Feuer und Flamme und habe viel Kraft rein gegeben. Und der Kirchenvorstand war glücklicherweise immer mit mir und nie gegen mich. Aber es war über die Jahre eine hohe Belastung, zumal ich hier oft alleine ohne zweite Pfarrperson war. Daher werde ich das Gemeindepfarramt aufgeben und zukünftig für Vertretungsdienste im Dekanat eingesetzt“, ergänzt sie.

Nachdem Anfang 2025 bereits die ehemaligen Kirchengemeinden St. Johannes Fischbach und Paulus Kelkheim fusioniert hatten, ist im Januar 2026 noch die Stephanusgemeinde dazu gekommen. Die neu gebildete Lukasgemeinde schließt sich in Zukunft mit der Talkirchengemeinde Eppstein in einem Nachbarschaftsraum zusammen. Dort wird Pfarrerin Heike Schuffenhauer Ende Juni in den Ruhestand verabschiedet. In der Lukasgemeinde ist Patrick Smith derzeit alleiniger Pfarrer – die für den Nachbarschaftsraum verbleibenden zwei Pfarrstellen sind in Ausschreibung. Vorerst übernimmt der Verkündigungsdienst dort Vertretungsdienste.