Pfarrerin Schuffenhauer wurde in den Ruhestand verabschiedet

veröffentlicht 30.06.2026, Dekanat Kronberg

Pfarrerin Heike Schuffenhauer wurde am 27. Juni in der Talkirche in Eppstein durch Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp in den Ruhestand verabschiedet. Ihr offizieller Eintritt in den Ruhestand ist zum 1. August.

Seit 33 Jahren ist Schuffenhauer Pfarrerin in Eppstein. „Nach dem Vikariat in der Stephanusgemeinde Kelkheim und vier Jahren in der Kirchengemeinde St. Johann in Kronberg, habe ich mein gesamtes weiteres Berufsleben hier verbracht“, erzählt sie. Ihre kirchliche Prägung erlebte sie in Dietzenbach-Steinberg, wo sie aufwuchs. „Angefangen hat es mit dem Kindergottesdienst und dem Blockflötenkreis. Die Konfirmandenzeit war dann ein zusätzlicher Auslöser. Da entstand bei mir schon der Wunsch, Pfarrerin zu werden“, so Schuffenhauer. 

Und sie würde sich aus diversen Gründen immer wieder dafür entscheiden. „Erstens ist es großartig, in dem Beruf so eng und intensiv mit Menschen zu tun zu haben. Sie vom Anfang des Lebens bis zum Ende zu begleiten. Dir wird von den Menschen so viel Vertrauen geschenkt, ich kenne keinen anderen Beruf, in dem das so eng und intensiv ist“, betont Schuffenhauer. „Zweitens hat man einen großen Gestaltungsspielraum. Neben den Basisaufgaben wie Kasualien und Gottesdiensten kann man seine eigenen Interessen in der Gemeindearbeit einbringen. Bei mir ist das mein Herz für Musik. Meine erste Amtshandlung damals in Kronberg und dann hier in Eppstein war die Gründung eines Posaunenchors, den ich auch geleitet habe“, erklärt sie. „Außerdem habe ich hier mit der Abendmusik eine zusätzliche Konzertreihe eingeführt sowie das Eppsteiner Klavierfest gemeinsam mit der Konzertpianistin Anna Tyshayeva mit hochkarätigen, internationalen Musikern ins Leben gerufen“, ergänzt Schuffenhauer. „Das dritte Besondere am Pfarrberuf ist für mich, dass man ganz viel mit Sprache in geschriebener und gesprochener Form zu tun hat. Das macht mir große Freude. Besonders beim Vorbereiten von Gottesdiensten und Kasualien. Ich feiere total gerne Gottesdienste und habe die verschiedensten Gottesdienstformen auch an ungewöhnlichen Orten ausprobiert“, berichtet sie.

„Ein weiterer Aspekt ist das große Maß an Anerkennung und Dank, das man in kaum einem anderen Beruf bekommt. Zu spüren, dass man etwas so Hilfreiches und Sinnvolles tut. Als Christmenschen und besonders als Pfarrpersonen schenken wir den Menschen etwas sehr Wichtiges: Hoffnung, Trost und Zuversicht. Und natürlich: Segen.“, so Schuffenhauer weiter. „Außerdem können wir auch gesellschaftlich etwas bewegen. Das war mir immer sehr wichtig“, betont sie. So hat sie sich u.a. dafür eingesetzt, dass die Kinderkrippe gebaut, das Familienzentrum ins Leben gerufen und eine Stiftung gegründet wurde, die u.a. das „Domizil Talkirche“ in Vockenhausen mit barrierefreiem Wohnen für alle initiierte. Über die Kirchengemeinde hinaus hat sie sich 18 Jahre im Dekanatssynodalvorstand engagiert sowie als Mitglied im Kirchenmusikalischen Ausschuss und der AG Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat bei vielen Veranstaltungen und Projekten des Dekanats mitgewirkt – zuletzt bei der Erarbeitung der Dietrich Bonhoeffer-Ausstellung. Ebenso war sie im Posaunenwerk der EKHN Vorsitzende des Bezirks Süd-Nassau und Mitglied des Landesposaunenrates. „Dass ich mich in diesem hohen Maß engagieren konnte, war nur möglich, weil meine Frau mich so unterstützt hat“, erklärt Schuffenhauer. „Für die Kirchengemeinde war ich schon eine sehr anstrengende Pfarrerin, weil ich immer neue Ideen hatte“, schmunzelt sie. So hat sie etwa auch dafür gesorgt, dass die Kirche mehr genutzt wurde – nicht nur für die zahlreichen Konzerte, sondern auch als Ort mitten in der Altstadt. Sie ließ die Kirche tagsüber für Besucher öffnen und initiierte eine Beteiligung der Kirchengemeinde am Weihnachtsmarkt – mit Aufwärmoase und selbstgekochter Suppe in der Sakristei. „Inzwischen sind wir bei vielen Festen beteiligt und präsent und haben uns als fester und wichtiger Bestandteil im Leben unserer Stadt etabliert“, so Schuffenhauer.

Von einem so engagierten Berufsleben in den Ruhestand überzugehen, werde nicht einfach. „Leichter macht es mir die Freude, dass nahtlos ein Nachfolger kommt und ich die Kirchengemeinde nicht allein zurücklasse“, betont sie. Zum 1. August wird Pfarrer Peter Rindermann in der Talkirchengemeinde und im Nachbarschaftsraum Eppstein-Kelkheim seinen Dienst antreten. Besonders vermissen werde Schuffenhauer das Miteinander mit den vielen Menschen, die ihr ans Herz gewachsen sind. „Am meisten freue ich mich im Ruhestand natürlich auf mehr Zeit mit meiner Frau. Auf Unternehmungen in der Natur, gemeinsame Radtouren, Wanderungen. Und generell auf mehr Freiheit bei der eigenen Zeitplanung, mehr Raum für Hobbies und Freundschaften“, erklärt sie.