Aufgewachsen ist der 29-Jährige in Rodalben in der Pfalz, das Theologiestudium absolvierte er in Mainz, das anschließende Vikariat im rheinhessischen Wörrstadt und Rommersheim. Nach Pfarrerin Heike Schuffenhauers Eintritt in den Ruhestand wurde die Stelle in der Talkirchengemeinde auf eine halbe reduziert. Peter Rindermann wird daher mit einer halben Stelle zusätzlich die Pfarrkollegen Patrick Smith und Timo Winzler im Nachbarschaftsraum Kelkheim-Eppstein unterstützen.
Pröpstin Henriette Crüwell brachte Pfarrer Rindermann als Geschenk zur Ordination bunte Holzstäbe mit, die sich – basierend auf den Konzepten von Leonardo da Vinci –, ganz ohne Klebstoff oder Nägel, zu einer Brücke zusammenfügen lassen. „Ich finde, diese Stäbe in allen Farben des Regenbogens passen sehr gut zu dem, was Sie mir über Ihr Verständnis des Pfarrberufs erzählt haben“, erklärte sie. „Dass Sie sich als »Connector«, als Verbinder, sehen, der Menschen miteinander in Beziehung bringt. Das viele Bunte, das schon da ist, aber auch die Menschen, die nicht gesehen werden“. Allerdings, so Crüwell weiter, trage sich die Kirchengemeinde nicht wie die Brücke von selbst, sondern lebe aus der Beziehung zu Christus. „Sie bringen das, was Menschen erleben und was ihnen Sorgen macht, mit der Frage nach Gott ins Gespräch.“ Dabei sei es seine Aufgabe, die Gemeinde beim Gestalten von Kirche zu unterstützen. Aber es hänge – so wie bei der Brücke – nicht an ihm allein. „Wir alle bauen miteinander am Haus Gottes. Und wenn es im Gemeindealltag mal wieder knifflig wird, holen Sie sich diese Hölzer heraus und erinnern Sie sich daran“, betonte sie.
Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp wünschte Pfarrer Rindermann im Namen aller Mitarbeitenden und der Dekanatsleitung Gottes Segen für sein neues Amt. „Darüber hinaus wünsche ich Ihnen, dass Sie sich immer wieder auf die drei wesentlichen Dinge im Pfarrberuf konzentrieren: Seelsorge, Verkündigung und Bildungsarbeit. „Haben Sie den Mut, sich immer wieder darauf zu besinnen. Gerade auch, wenn die Aufgaben mal wieder über Hand nehmen“, betonte er.
Bei seiner Predigt ging Pfarrer Rindermann auf Paulus Frage ein, auf welchem Fundament unser Leben aufgebaut ist. „Und: wenn es hart auf hart kommt, wenn es wirklich zum äußersten kommt, hält dieses Fundament stand? Was ist unsere Grundlage, worauf kann man aufbauen?“. Dabei seien es weder Geld, Besitz oder Erfolg. In Trauergesprächen sei ihm das noch nie als das Wesentliche aufgezählt worden, das von Verstorbenen in Erinnerung bleibt. „Von Bedeutung sind eher die Dinge, die mich im Leben getragen haben. Die mich auch durch schwere Krisen bringen können“, so Rindermann weiter. „Das sind Familie, enge Freundschaften und Menschen, die für mich da sind. Orte, an denen ich mich wohlfühle. Die Dinge, die mich in meinem Leben erfüllt haben. Und der Glaube, der mir die Kraft gibt, nach jedem Rückschlag wiederaufzustehen und weiterzumachen. Jesus Christus ist mein Fundament“, erklärte Rindermann. „Und unser Wert hängt nicht davon ab, was wir besitzen oder wie hoch unsere Arbeitskraft ist. Sondern, dass wir wertvoll sind, weil wir Kinder Gottes und von ihm angenommen sind“. Man merke, so Rindermnn weiter, wenn sich Menschen diesen Glauben zur Grundlage machten. Weil etwas Bedeutendes daraus entstehe – das habe er in seinen vorherigen Gemeinden erlebt und jetzt auch in Eppstein und Kelkheim. „Ich freue mich darauf, sie hier in den Gemeinden dabei zu begleiten. Mit Ihnen gemeinsam zu bauen und zu gestalten“, erklärte Rindermann.
Nach dem Gottesdienst schlossen sich u.a. Grußworte der Kirchenvorstandsvorsitzenden Lydia Rauh, des Eppsteiner Bürgermeisters Alexander Simon sowie aus dem Nachbarschaftsraum Kelkheim-Eppstein an.
Ein Interview mit Pfarrer Rindermann gibt es hier.